Wie wollen wir zukünftig in Schweizer Altstädten leben? 4. Blog-Beitrag von Thomas Matla, Greenfranchise Lab

Erst bedrohten konzentrierte Einkaufszentren vor den Städten deren lebendige Ladenkultur. Zu Pandemiezeiten setzten sich dann der Onlinehandel und die Lieferung nach Hause in nahezu allen Altersgruppen durch. Immer weniger Menschen zieht es zum Shoppen in die Altstädte.

Nachhaltige Lösungsansätze sind gefordert
Um einen dauerhaften Leerstand oder ständige Eigentümer:innen- und Geschäftskonzeptwechsel auf der Basis von Versuch und Irrtum zu vermeiden, sind für die historischen Schweizer Altstädte nachhaltige Lösungsansätze gefordert. Ganz im Sinne vom Green City Franchising könnten andere Altstädte das für sie Passende kopieren oder adaptieren.

Die Aargauer Altstadt Rheinfelden hat eine Antwort
Hier wurde 2020 eine eigene Stelle für ein aktives City Management geschaffen. Leerstände sollten aktiv angegangen und neue Geschäfte angesiedelt werden. Das City Management agiert dabei gezielt als Schnittstelle zwischen vermietenden Hauseigentümer:innen sowie kreativen und innovativen Unternehmer:innen.

«Stellen Sie sich ein Shoppingcenter ohne Dach, aber mit viel Frischluft vor.*»
Corinne Caracuta*, die aktuelle City Managerin Rheinfelden, geht mit einem neuen Blick und einer ungewohnten Perspektive an die Altstadt. Sie wünscht sich eine lebendige, bunte und zukunftsfähige Altstadt, in der der Detailhandel, die Gastronomie, aber auch innovative Geschäftskonzepte die Stadt bereichern. Parkhäuser gehören für sie dabei an den Stadtrand und für eine sichere Fahrradmobilität wird gesorgt.

Rheinfelden: Begegnungszonen zum Shoppen, Wohnen und für den Tourismus

Wie stark das ganzheitliche Stadtkonzept greift, davon kann sich jede:r bei einem Spaziergang durch die Rheinfelder Altstadt überzeugen. Das Begegnungszonenkonzept gibt den Fussgänger:innen in der Altstadt Vorrang vor der Fahrradmobilität und dem Autoverkehr. Die Zufahrt ist Motorwagen, Motorrädern und Motorfahrrädern in der Nacht von 23.00 bis 05.00 Uhr untersagt. Aktuell verfügt Rheinfelden über 14'169 Einwohner:innen (Juni 2026), 54 attraktive Retailer, 29 Gastrobetriebe und 1'330 qm kommerziell genutzte Aussenfläche.
Rheinfelden: Wakkerpreisträgerin und Energiestadt Gold
Für vorbildliche Leistungen in der Ortsbild- und Siedlungsentwicklung wurde Rheinfelden bereits am 18. Juni 2016 vom Schweizer Heimatschutz mit dem «Wakkerpreis» ausgezeichnet.

Als Anerkennung für seine langjährige erfolgreiche Energie- und Klimapolitik erhielt Rheinfelden zudem 2022 das Label «Energiestadt Gold». Seit 2009 ist Rheinfelden zertifizierte Energiestadt. Die Aargauer Stadt fördert konsequent erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität. Bis 2050 möchte sie klimaneutral sein.
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Thomas Matla, Diplom-Kommunikationswirt

